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Freeman Austria erklärt den Euro. Etwas eigenwillig.

Der kürzeste Weg zu verschwörungstheoretischem Geschwurbel mit rechten Obertönen führt immer noch über den Bioladen. Vor gut einem Jahr erhielt ich via Facebook-Seite des Vereins Nets.werk Steyr die Einladung zu einem „Freeman-Talk“ mit einem Herrn Kreissl. Das Foto versprach: Einen Aussteiger mit Ziegenbart, einen echten Rasputin für Bobo-Gören. Der Untertitel versprach politisches Räucherwerk: „Die Mechanismen der Zinssklaverei…“ (siehe Bild unten).

Eine lange Reise auf den Spuren des Herrn Freeman

Dann schauen wir uns den Herren ein wenig genauer an, dachte sich der Herr Gurujäger aus diesem Anlass. Es folgte eine Safari auf der Fährte vieler öffentlicher Auftritte des ziegenbärtigen Freemans Austria, zu Friedensmahnwachen und einem obskuren Privatgerichtshof. Im Standard hatte ich darüber berichtet. […]  freeman netswer Ein paar Schmankerl von Auftritten unseres Gurus Ziegenbart habe ich für die werte Leserschaft schon mal herausgefiltert. Leider erzählt uns Herr Kreissl nicht, wen er beim googlen zum 2. Weltkrieg gefunden hat und „wer den 2. Weltkrieg finanziert hat und daran verdient hat.“ […]

Der Euro und die Rothschilds

Alles ein wenig kryptisch, aber wir hören weiterhin genau hin: Der Freeman hat auch gegoogelt, wem der Euro gehört und dabei ziemlich tolle Quellen gefunden. Der Euro gehöre nämlich „den Rockefellers und Rothschilds“ […]. Das ist zwar ein ausgemachter Schwachsinn, aber warum die Kritik am Finanzsystem verkomplizieren, wenn man mit ein paar en passant eingestreuten jüdischen Namen Politik machen kann.

Strache! Übernimm!

Wir kehren aber nun den globalen Zusammenhängen den Rücken und machen Halt bei der nationalen Politik. Und da kennt ein Freeman keinen Spaß. Ab in den Häfen mit der Regierung, Strache an die Macht, vorübergehend. […] Der Wind weht aus einer bestimmten Ecke, bei unserem smarten, bioladen-kompatiblen Freeman. Genauer mit der Freeman-Bewegung auseinandergesetzt hat sich das Blog verschwörer.at – und die Conclusio ist starker Tobak:

„Die Freeman entstanden Mitte der 1970er aus der neonazistisch-rassistischen White Supremacy und der Posse Comitatus Bewegung, wobei vor allem letztere richtungsbestimmend war und ist. Vertreten werden Ansichten wie jene der unbedingten Überlegenheit weißer, arischer Christen, ein massiver Antisemitismus, absolute Opposition zu jeder Form einer Regierung und jegliche erdenkliche Form von Verschwörungsmythen. Und damals, vor 45 Jahren, wurde von diesen Rassisten die heute oft und gerne in der Szene gebrauchten Ideenkonstrukte des „Naturrecht“ und „Strohmann“ eingeführt.“ […]

Und wer sich an das Attentat in Oklahoma vor gut 20 Jahren erinnert: Damals kamen bei einem Anschlag auf ein Regierungsgebäude 168 Menschen ums Leben.  Einer der Terroristen war Terry L. Nichols, sich selbst als „Souverän“ bezeichnet hatte. Den Zusatz „Souverän“ im Namen – den führen auch unzählige Anhänger der Freeman-Bewegung im deutschsprachigen Raum. Es sei angemerkt: Keinem davon will ich eine Nähe zum Terrorismus unterstellen, die Optik ist lediglich nicht sonderlich fein, oder.

Hilfe für einen verurteilten Rechtsextremisten

Ja, und wir finden noch eine Optik, die nicht so fein ist: Auf der „Welcome to Freedom“ – Webseite unseres Freundes mit dem Ziegenbart findet man seit einigen Tagen noch einen Aufruf, doch am 9. Juli in Krems bei einer Gerichtsverhandlung dabei zu sein. Es geht um einen „zu unrecht Inhaftierten„: Wolfgang  Fröhlich. […]

„Welcome to Freedom“ ohne Berührungsängste 

Jetzt könnt man anmerken zur Person von Wolfgang Fröhlich: Bis zu seinem Parteiausschluss 1994 war er FPÖ-Gemeinderat in Wien. 2003 wurde er erstmals zu drei Jahren Haft wegen eines Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz verurteilt. 2006 hat er an an einer Holocaust-Konferenz in Teheran teilgenommen. Bei dieser Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des iranischen Regimes fachsimpeln Islamisten und Revisionisten als Brüder im Geiste recht geschmackvoll über den Holocaust und künftige Lösungen der „Judenfrage“. Der Aufruf zur Unterstützung kommt von einem Freeman Tassilo. Dabei handelt es sich offensichtlich um Tassilo Alge, der in letzter Zeit vermehrt mit Joe Kreissl aufgetreten ist. Nicht so lustig das Ganze, aber das ergibt die Führung für Herrn Freeman in der „Guru im Test“ – Challenge. test freeman

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