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Die Gurufalle

Der Schrecken der Schamanen. Der Schatten über den Lichtstädten. Die Knackwatschn fürs Karma. Und ganz neu: die weltweit erste Adresse für De-Granderisierung und Wasserberuhigung.

Lesetipp: belächelt, nett und brandgefährlich

„Die Presse“ widmet sich auch und endlich einmal der bizarren Welt unserer Freunde.: Der Welt der „freien Männer“. […]

 

Freeman Austria: das Auslaufmodell

Jüngst gab sich der berühmteste Guru Ziegenbart aka Freeman Austria mäßigend. Das darf man lobend anerkennen […]. Wobei: An welchem Punkt ist man angelangt, wenn man den Aufruf, auf Feuerwaffen zu verzichten,  lobend erwähnt?

Immerhin hat der Freeman Austria ob der eher unwuchten Aktionen seiner souveränen Gesinnungsfreunde im In-. und Ausland ein wenig die Fraisen. In Deutschland erschießt ein Reichbürger eine Polizisten. In Österreich begrüßen Souveräne die Polizei mit Messern […]. Durchgeknallte Souveräne cruisen mit Fantasiekennzeichen durchs Land […],  Staatenbündler fantasieren von der Verhaftung aller Richter […].

In einem aktuellen Facebook-Statement […] ruft Freeman zur Mäßigung auf. Er meint damit aber nicht seine zunehmend unwuchten souveränen Freunde, sondern die pöhse Regierung.

Alles beim Alten, könnte man meinen. Betrachten wie die Sache nüchtern: Der Freeman hat ein wenig Angst, dass ihm die zunehmend radikalen Ableger seiner Ideologie das Geschäft vermasseln. Mit Schießereien und Messerstechereien in Verbindung gebracht werden, das macht bei der Zielgruppe der Esoteriktussis keinen schlanken Fuß. Da droht Publikum aus und das Körberl mit den „Austritten“ leer zu bleiben.

Fazit: Joe Kreissls Kunstfigur Freeman Austria ist ein Auslaufmodell. Radikale Staatsleugner – wie in Deutschland die Staatsbürger und in Österreich die Staatenbündler um die Witzfigur Monika U. – drängen auf dem Markt und lassen unseren Sprachschwurbler  alt aussehen. Die neuen Player spielen nicht mit der Sprache, sie wetzen Messer und setzen sie auch ein. Sie träumen nicht von „Erlösterreich“, sie träumen von einem Staatenbund „arischer“ Menschen.

Die Sache bleibt spannend.

 

Der kleine Sonnengott in Action

ares-raWenn wir erfahren, dass ein Staatenbund-Freund aus Kematen an der Krems wieder mal aus der Reihe getanzt ist, dann liegt der Name Ares Ra natürlich auf der Hand. Ein Fantasiekennzeichen, samt Fantasieausweis und Fantasieführerschein ist dem kleinen Sonnengott zum Verhängnis geworden […]. Die Polizei der „Firma Österreich“ fand das nicht sonderlich drollig.

Der Sonnengott Ares, dessen „bürgerlicher Name“ uns natürlich bekannt ist, ist uns schon ein paar Mal eher ungustiös ungut gekommen […]. Na ja, da stehen wir drüber.

 

Viele, viele bunte Smarties! Und Geldscheine

 

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Achtung, Achtung, das ist nur ein Muster“ Nicht ausdrucken und damit Shoppe gehen!

Jetzt ist die Katze aus dem Sack und der Geldschein aus der Druckerpresse. Die Frau Präsidentin des Staatenbundes Österreich, Frau Monika Unger, präsentiert die neue Währung: Der „Österreicher“. Mit ganz vielen Herzerln.

Über die „Staatsgründer“ des Staatenbundes hatten wir berichtet […]. Von der Revolution, die rund um den 28. Oktober angekündigt wurde, haben wir nicht viel mitbekommen. Politiker und Richter sind auch noch nicht verhaftet worden, wie angekündigt. Aber immerhin, jetzt ist die langersehnte Währung zur Freiheit da und „die Rothschilds und Co.“ werden rotieren, weil Ihnen der „Staatenbund“ und seine furchtlosen Währungsexperten das Monopol zur „Geldschöpfung aus dem Nichts“ mutig, frisch und frei entzogen haben.

Fürs Protokoll: Der „Österreicher“ soll zum Wechselkurs von 1:1 mit den Euro erhältlich sein. Hey, das nennen wir Hartwährungspolitik.

 

 

Ab 28. Oktober: Die Richter wandern in den Häfen, die Grundsicherung kommt und Putin vielleicht auch

Grau ist alle Theorie. Bunt ist die Schar der rund 15 Damen und Herren, die sich in Steyr im Gasthaus Zöchling zu einem Infoabend des „Staatenbundes Österreich“ (Sektion Oberösterreich) zusammenfinden. Wir nutzen die Gelegenheit, Souveräne live zu erleben.

Joe Welser wird zu uns sprechen, sagt eine Dame mit einer dicken Mappe mit wertvollen Inhalten. Zu der kommen wir noch.

„Joe Welser“ kommt ebenfalls mit einer dicken Mappe und dann folgen 120 Minuten knallharte Fakten. Die kennt, wer die souveräne Kasperlwelt kennt, zur Genüge, trotzdem nochmals in Kürze die Inhalte:

Jeder Mensch besitzt eigentlich bei seiner Geburt über rund 10 Milliarden Euro Guthaben. Leider, leider darüber verfügen nur Falotten, die uns versklaven. Österreich und Deutschland sind seit dem zweiten Weltkrieg im Krieg mit 190 Staaten. Allerdings ist Österreich eine Firma, und kein Staat. Der Euro gehört uns nicht und ist wertlos. Er gehört – wie könnte es anders sein – „den Rotschilds“ und ein paar weiteren Familien.

Das sind nach solider Hartwährungspolitk aus

Nicht wertlos ist der „Österreicher“, der uns in Kürze als eigene Währung zur Verfügung steht. Ein Spielverderber im Publikum will wissen, wie und ob der „Österreicher“ gewechselt wird. Welser runzelt die Stirn und sagt: „So wie es derzeit ausschaut, 1:1 zum Euro.“ Er sagt das, als würde er ein Staatsgeheimnis aus der „Staatenbund Staatsbank“ ausplaudern. Der „Österreicher“ wird – weil sich die Rothschilds und Co. damit keinen Karl mehr machen können – gerecht verteilt. 2.000 pro Nase pro Monat. Bedingungsloses Grundeinkommen a la Staatenbund. Steuern: 10 Prozent auf Gewinn, und aus. Das sieht alles nach einer tollen Hartwährungspolitik aus. 

 Die Sache ist bald aus dem Sack. Ab 28. Oktober wird der Staatenbund Realität. „Monika Ungar und ihr Team arbeiten mit Hochdruck an der Verfassung“, sagt „Joe Welser“. Mittlerweile ist die fertig und veröffentlicht. Wir wissen nun, dass alle Parlamente, die EU und die Regierungen „aufgelöst“ sind, ebenso wie der Vatikan, die City of London und Washington DC. Die Justiz habe ihre Arbeit sofort einzustellen. […]

Richter werden verhaftet  

Den Richtern geht es an den Kragen. „Die werden wir alle verhaften müssen“, sagt Joe im Festsaal der Gasthauses staatstragend und meint mit wir die Polizei gleich mit. Die werden den Job nämlich erledigen. Die kochten nämlich schon und warteten nur darauf, endlich auf der richtigen Seite zu stehen. Der Beweis: Ein Kärntner Polizist, der sich als Souverän geoutet hat und seitdem suspendiert ist. Das „Interview“ mit der Staatenbund-Meisterin Monika Ungar spricht Bände. […] Und nein: das ist kein Auszug aus den Proben zum Villacher Fasching.

Ich nenne etwas besorgt den Namen eines Richters am Landesgericht Steyrs und frage besorgt: Wird der auch verhaftet. „Joe Welser“ senkt den Blick und macht keine falschen Hoffnungen: „Ja, wahrscheinlich werden wir den auch verhaften müssen.“ Die Stimme wird ernster und tiefer.

In eventu: Vielleicht liefert Putin Beistand

Sollte die österreichische Polizei versagen, wäre für Ersatz gesorgt. Schon im Juni haben unsere wackeren Staatsgründer beim „Sehr geehrten Herrn Dr. Putin“ per Brief um „militärischen Beistand“ angesucht.    

 „Auch ersucht der Versammlungsrat…des Staatenbundes Österreichs um Einsatz russischen Militärs zur Unterstützung und Durchführung von juristischen Entscheidungen des Völkerrechts-Gerichts bis sich die Staatenbildung voll etabliert hat…“ […]

 

Ab 20 Euro bist Du dabei

Wir sehen, alles ist auf Schiene. Bis 28. Oktober könne über die Verfassung noch abgestimmt werden- Ich frage höflich, wie und wo? Jetzt kommt die dicke Mappe der Assistentin ins Spiel. In der Mappe sind allerhand Antragsformulare für unser neues, freies und souveränes Völkerrechtsgebilde. Die „Befreiungsbestätigung“ (mit der ich Österreich „Adieu“ sage) kostet schlappe 20 Euro. Ein paar im Saal unterzeichnen sogleich fröhlich. Kassiert wird bar und in der Schandwährung Euro. Von der Registrierkassenpflicht scheint der „Staatenbund Österreich“ abzusehen. Bei den etwas kostspieligeren Anträgen für Ausweise und ein neues (!) Kfz-Kennzeichen (100 Euro aufwärts) zögern auch die Begeisterten unter den Zusehern noch etwas.  

 

 

 

No Weapons! Wir sind d’accord…

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Wir werden keine Freund mehr, der Freeman und die Gurufalle.
Allerdings darf man auch Zeichen und Signale des Gegenübers loben.

Zum Beispiel das heutige Facebook-Posting des Freeman mit dem unübersehbaren Sujet „NO FIREARMS OR WEAPONS“.

Den Hintergrund kennen wir: Der Mord eines „Reichsbürgers“ an einem Polizisten in Bayern. Die inhaltlichen Gemeinsamkeiten von Souveränen, Freeman und Reichsbürgern sind offenkundig. Dass Kreissl am Tag, an dem ein vom selbsternannten Souveränen angeschossener Polizist stirbt, seine „Fans“ darauf hinweisen muss, dass man eventuell niemanden erschießen sollte, spricht Bände.

Wir werten das mal als Eingeständnis dafür, dass die Szene gefährlich ist und Kreissl selbst das ganze unheimlich wird. Das hätten wir – ganz ehrlich – nicht erwartet vom Guru. Die Szene ist an sich nicht Meister in Sachen Reflexion.

Wir nehmen das zur Kenntnis.

Und müssen den Beitrag gleich darauf updaten. Denn nicht alle Follower finden Kreissls Aufruf zur Gewaltfreiheit kuschelig.

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Kommentar vom 21.10.2016 auf der Facebook-Seite „Freeman Austria“

 

 

 

 

 

Beim Barte des Düringer!

Wie politisch ist ein Ziegenbart? Warum tragen „Souveräne“, „Freeman“, und „Staatsleugner“ auffallend oft Ziegenbärte und warum kommen aus dieser Ecke immer wieder antisemitische Codes?
Dem Neopolitiker und Ziegenbartträger Roland Düringer haben wir diese Frage gestellt im Standard.

Das Wunschkennzeichen für den Souveränen!

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Schnell das Wunschkennzeichen bestellen, ehe es futsch ist. Gibt es für alle Bundesländer!
Keine Frage, wer einen neuen Staat ausruft, der hat alle Hände voll zu tun. So ein völkerrechtlicher Akt ist keine Kinderjause. Auch wenn es manchmal danach aussieht Wir haben das Video der Staatsgründung in Kärnten ausgewählt.

 

Daher ist es dem „Staatenbund Österreich“ hoch anzurechnen, auch an die Vergabe von Kfz-Kennzeichen gedacht zu haben. Das Wunschkennzeichen (siehe Bild) kann ab sofort beim Hohen Amt des Staatenbundes beantragt werden. […]

Wer großes, souveränes Kino mag, der ist auf der Webseite der Staatenbündler richtig. […] Prädikat wertvoll!

Die dreckigen Methoden der Souveränen

Wie unser souveränen Freunde „arbeiten“, dazu gibt uns dieser Beitrag in der Kleinen Zeitung einen Einblick. Zum Artikel […]. Finanzielle Forderungen gegen missliebige Personen werden über obskure Stellen in den USA und in Malta eingebracht. Die Forderungen enthalten zwar keine rechtliche Substanz, die Opfer müssen sich dennoch mit Behörden und Gerichten abmühen.

Drecksbande, ist da der ansonsten immer sehr besonnene Gurujäger versucht zu sagen.

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